Eine Initiative von

Unterstützt von vielen anderen.

"Welcome2Stay" - wie geht es weiter?

Auf der Abschlussversammlung in Leipzig haben wir verabredet, dass wir unsere Zusammenkunft als Start eines gemeinsamen Prozesses begreifen wollen. Dazu haben wir uns auf zwei Kernpunkte geeinigt, die uns bei aller Unterschiedlichkeit einen:

  • Wir stehen ein für das Recht zu kommen, zu bleiben und zu gehen - selbstbestimmt und nicht nach irgendwelchen Kennziffern in den Ministerien.
  • Wir streiten für gleiche politische und soziale Rechte, für eine volle Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben, und zwar für alle Menschen, die hier leben - unabhängig davon, welchen Pass sie haben.

Am 04. September findet unser nächstes Treffen in Berlin statt. Am 08. Juli das Vorbereitungstreffen, ebenfalls in Berlin. Seid ihr dabei? Anmelden & Mitmachen: mail (a) welcome2stay.org

Flüchtende aufnehmen und Fluchtursachen beseitigen

Für eine zivilgesellschaftliche Plattform wider Abschottung und Fremdenfeindlichkeit

Flüchtlinge, die an europäischen Bahnhöfen stranden; eilig hochgezogene Stacheldrahtzäune an den Grenzen; extreme soziale Ungleichheit und steigende Gewalt – was hierzulande wie ein Ausnahmezustand erscheint, ist für einen Großteil der Weltbevölkerung längst bittere Normalität. Neu ist, dass Terror und andere Schrecken, denen Menschen im Süden zu entkommen versuchen, mehr und mehr auch mitten in Europa spürbar werden. Wir bekommen eine Ahnung davon, wie sehr die Welt bereits aus den Fugen geraten ist.

Die voranschreitende Zerstörung von Lebensbedingungen, der Hass und die Gewalt fallen nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis einer globalen Politik, die bewusst ökonomische Interessen über die Interessen der Menschen stellt. Die dabei in Kauf genommene Ausgrenzung von großen Teilen der Weltbevölkerung zwingt Menschen zur Flucht und heizt die Gewalt an. Sowohl zwischen als auch innerhalb der Länder hat die soziale Ungleichheit dramatisch zugenommen - als Folge eines ungebremsten Freihandels zu Lasten der Armen, einer die Umwelt zerstörenden Wirtschaftspolitik, durch Rüstungsexporte in Krisengebiete und an diktatorische Regime.

Krisen erzeugen Angst; Angst, die sich rechtspopulistische Bewegungen wie Pegida und die AfD zunutze machen. Mit ihrer dumpfen Hetze gegen Flüchtlinge, Medien und gegen ein offenes Europa bedienen sie die Sehnsucht nach nationalen Lösungen, die angeblich Ordnung und Stabilität garantieren könnten.

Doch in Krisen zeigt sich auch Solidarität: Getragen von Mitgefühl und Hilfsbereitschaft ist es Millionen von engagierten Bürgerinnen und Bürgern gelungen, ein authentisches Zeichen gegen Rassismus und Gewalt zu setzen.

Globalisierung darf keine Einbahnstraße sein. Globalisierung und Migration sind zwei Seiten einer Medaille. Wir sollten uns der Herausforderung stellen, dafür zu sorgen, dass aus der Begegnung mit fremden Kulturen auch die Chance auf die Herausbildung neuer weltgesellschaftlicher Verhältnisse erwächst. Dazu bedarf es der Vision einer anderen Gesellschaft, die allen Menschen an allen Orten der Welt Zugang zu adäquaten Lebensbedingungen sichert. Notwendig sind Alternativen zur herrschenden profit- und wachstumsorientierten Ökonomie ebenso wie die Sicherung öffentlicher Daseinsvorsorge hier und über alle Grenzen hinweg. Nur so wird dem doppelten Recht, dem Recht zu bleiben und dem Recht zu gehen,  zum Durchbruch verholfen. Nur dort, wo ein würdevolles Leben möglich ist, wo niemand mehr aufgrund von Krieg und sozialer Entwurzelung zur Flucht gezwungen wird, ist auch das Recht auf Freizügigkeit vollkommen.

Wir setzen uns für eine starke Willkommenskultur ein und lehnen Lösungen ab, die auf nationale Ausgrenzung und eine gewalttätige Abschottung an den Grenzen Europas setzen.

Wir unterstützen das Recht von Menschen zu gehen - ohne Unterscheidung, ob sie vor Krieg, Umweltzerstörung oder Armut fliehen.

Wir fordern eine Stärkung des Asylrechts und seine Ergänzung durch ein Migrationsrecht, das sich an den Menschenrechten und nicht am wirtschaftlichen Nutzen orientiert.

Wir drängen auf eine Abkehr von der herrschenden Zerstörungsdynamik und engagieren uns für ein solidarisches Europa.

Wir sind viele.

Take in refugees – Abolish all causes of flight

For a civic platform against isolation and xenophobia

Refugees stranding at European railway stations; razor-wired fences hastily raised along the borders; extreme social inequalities and increasing violence – what Europe perceives as a state of emergency long since is the hard reality for ever growing parts of the world’s populace.

Increasing destructions of living conditions, hatred and violence are not falling from the sky. They are the result of a global politics placing economic interest over human interests. The thereby accepted exclusion of the majority of the world population forces people to flee and fuels violence. The unbridled free trade to the expense of the global poor, an economic policy leading to the destruction of the environment, the arms trades with dictatorial regimes, and the delivery of weapons in crisis regions dramatically increased the social inequalities between and within countries.  

Crises bear fear; a fear exploited by right-wing populist movements like the German Pegida or the AfD. Dull and hollow rabble-rousing against refugees, against the media, and against an open Europe, these movements serve the longing for national solutions and claim those will guarantee order and stability.

But crises also bear solidarity: Millions of deeply committed citizens motivated by sympathy and readiness to help authentically take stands against racism and violence.

Globalisation may not be a one-way street. Globalisation and migration are two sides of the same coin. We should meet the challenge in a way that makes sure that the encounter of different cultures ultimately includes chances to form the conditions for a world society. This includes a vision for a society allowing everybody around the globe safe access to decent living conditions. Necessary are alternatives to the dominating profit- and growth-oriented economic regime. Necessary is the safeguarding of public services here and beyond all national borders. Only by this way the twofold right, the right to stay and the right to leave, will have its breakthrough. Only where a dignified life is possible and only where no one is forced to escape due to war and social dislocation the right to free movement is complete.

We take a stand for a strong welcoming culture and oppose any solutions that are based on national exclusion and the violent walling-off of the European borders.
We support the freedom of movement for all people – no matter if they are fleeing war, ecological destruction, or poverty.
We demand the reinforcement of the law of asylum and its completion through a migration law based on human rights and not on economic profits.
We urge for the rejection of the dominating destructive dynamics and commit ourselves to a Europe in solidarity.

There are a great number of us.